Georg-Büchner-Preisträger liest in Schmallenberg


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Für Dienstag, den 11.02.2020 hat der Kunstverein Stadt Schmallenberg den Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss zu einer Lesung in das Kunsthaus Alte Mühle, Unter der Stadtmauer, eingeladen. Beginn dieser literarischen Veranstaltung ist 20.00 Uhr.

Lukas Bärfuss, 1971 in Thun/Schweiz geboren, schildert seinen Einstieg in die Schriftstellerei so: „Ich war Anfang/Mitte 20, und hatte keine Perspektive in meinem Leben und habe mir ein Abenteuer für das Leben gesucht. Und Schreiben schien mir einfach eines der möglichen Abenteuer, wie man sein Leben verbringen kann.“

Seit 1997 ist er als freier Schriftsteller tätig. Er schrieb zunächst Bühnenwerke und arbeitete später als Dramaturg im Schauspielhaus Zürich, ab 2002 ist er auch Buchautor. Sein erstes Buch, die Novelle „Die toten Männer“, wurde 2002 in der „Edition suhrkamp“ veröffentlicht. 2008 erschien sein Roman „Hundert Tage“, dessen Thema der Völkermord in Uganda  ist, berichtet aus der Sicht eines Schweizer Entwicklungshelfers, und der in 15 Sprachen übersetzt wurde. Bereits 2002 erhielt er für seine Arbeit den Buchpreis der Stadt Bern und den Buchpreis der Stadt Zürich. Lukas Bärfuss hat an verschiedenem Hochschulen gelehrt, so an der Hochschule für Künste in Bern und als Gastprofessor an der Freien Universität Berlin. 2015 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung gewählt. Diese verlieh ihm im Sommer 2019 die begehrteste und wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland, den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis. „Mit hoher Stilsicherheit und Variationsreichtum erkunden seine Dramen und Romane stets neue und andere existenzielle Grundsituationen des modernen Lebens“, heißt es in der Begründung zu dieser Entscheidung, und weiter: „Lukas Bärfuss begleitet die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick und der Fähigkeit zur Gesellschaftsanalyse.“

Lukas Bärfuss wird in Schmallenberg aus seinem 2019 erschienenen Erzählungsband „Malinois“ lesen, der Erzählungen aus einem Zeitraum von mehr als 20 Jahren enthält, und zwar in der ursprünglichen Fassung, nicht nachträglich überarbeitet oder redigiert. Dies lehnt er ab und erklärt dazu: „Jede Literatur sollte zuerst vom gelebten Leben erzählen“.